Kita Regenbogenland: Spielen & Sprachen werden ganz groß geschrieben

Gastbeitrag von Josephine Ißbrücker

Eine Sprache zu erlernen, beginnt bereits im Mutterleib. Später lernen Kinder ihre Muttersprache von den engsten Bezugspersonen und dem Umfeld.

Doch was, wenn ein Kind später in einem anderen Land lebt und eine völlig neue Sprache lernen muss? Dann ist Umdenken gefragt. Eine fremde Sprache zu erlernen, erfordert tägliche Übung und oftmals Hilfe von außen.

In der Bad Salzunger Kindertagesstätte Regenbogenland bekommen die Kinder mit sprachlichem Förderbedarf nun besonders viel Unterstützung.

Doch von vorn: Die Kita Regenbogenland im Bad Salzunger Stadtteil Allendorf legt seit vielen Jahren einen großen Fokus auf die sprachliche Entwicklung der Kleinsten. Aktuell steigt der Anteil an Familien mit Migrationshintergrund.

Die Leiterin der Einrichtung, Christina Reum-Kleineidam spricht von 40 bis 60 Prozent Anteil von Nicht-Muttersprachlern. Diesen Kindern bei der Integration und dem Spracherwerb zu helfen, ist die besondere Aufgabe von Yvonne Müller und Karin Henke.

Doch nicht nur Kinder, die eine andere Muttersprache als Deutsch haben, unterstützen die Erzieherinnen. Alle Kinder, bei denen ein Rückstand oder Förderbedarf in der Sprachentwicklung zu erkennen ist, werden von den zwei Pädagoginnen betreut.

Ihre Aufgabe verstehen sie als Vermittlungsposten zwischen den Kindern, den Gruppenerziehern, den Eltern und eventuell weiteren Förderstellen. Förderbedarfe erkennen, gezielt selbst fördern und auch die Eltern mit einbeziehen, lautet das Motto.

Sprache besonders intensiv in die tägliche Arbeit mit den Kindern einfließen zu lassen, ist seit vielen Jahren ein Steckenpferd der Kita Regenbogenland. Hier konzentriert man sich auf Sprachspiele, Bildkarten und viele weitere Rituale, die den Kindern das Sprache lernen erleichtern.

„Wir benennen und erklären jeden Handgriff und alles, was wir machen“, erklärt Erzieherin Yvonne Müller. Und auch die Kinder werden herausgefordert, zu erzählen, zu benennen und die Worte auszuprobieren.

Über das Transferprojekt mit dem Namen „Thüringer Qualitätskompass – sprachliche Bildung und inklusive Kindergartenentwicklung“ bekommt die Stadt aus den Landesmitteln des Freistaates Thüringen nun bis Ende 2027 Fördermittel in Höhe von rund 135.000 Euro.

Damit werden die Pädagoginnen Yvonne Müller und Karin Henke, die bereits seit vielen Jahren in der Kita arbeiten, weitergebildet und finanziert. Über dieses Projekt werden thüringenweit 150 Kindertageseinrichtungen mit Schwerpunkt Sprachintegration gefördert.

Doch nicht nur sprachlich geht es in der Kita Regenbogenland voran: In dieser Woche wurde auch der heißgeliebte Spielplatz wiedereröffnet. Hier wurde nicht nur Fallschutzbelag ausgelegt, sondern auch eine neue Nestschaukel und ein Trampolin aufgestellt.

Dafür investierte die Stadt Bad Salzungen 73.000 Euro aus dem städtischen Haushalt. Der Hauptamtliche Erste Beigeordnete Hannes Knott betonte, dass dies ein klares Bekenntnis der Stadt zu dieser Kita sei.

Ähnlich wie bei den anderen städtischen Kindertageseinrichtungen sind auch im Regenbogenland massiv zurückgehende Kinderzahlen zu beobachten.

Ende des Jahres soll es noch weitere Neuerungen auf dem Spielplatzgelände geben – die Kinder können es schon jetzt kaum erwarten.